Das Uhrenmagazin

Eine kleine Armbandkunde zum Donnerstag

Uhrenarmbänder sind ein Thema, das mindestens genauso viele Anhänger hat wie das große Thema Uhren selbst. Was Armbänder so interessant macht, ist die Tatsache, dass sie den Charakter und das Aussehen einer Uhr fast beliebig verändern können. Ein breites, grobkörniges Lederarmband sagt etwas ganz anderes aus als beispielsweise ein schlankes Nylonband. Mit dem Armband wird der Träger selbst zum Desiger (wenn auch nur in begrenztem Umfang).

Heute möchte ich kurz die verschiedenen Varianten der Uhrenarmbänder im Militärstil vorstellen.

Durchzugs-Armband

Mit großer Wahrscheinlichkeit war der größte Teil Ihrer Uhren bis jetzt so konzipiert, dass das Armband entweder aus zwei Teilen bestand, die links und rechts an der Uhr angebracht waren und mit einer Schließe geschlossen werden konnten, oder dass das Armband ein durchgehendes Band war, das links und rechts an der Uhr befestigt war.

Für militärische Zwecke, vor allem dem Einsatz im Feld, ist diese Art der Befestigung nicht geeignet. Zu groß ist das Risiko, dass das Band an einem der Befestigungspunkte reißt und der Soldat die Uhr verliert.

Das Durchzugs-Armband ist besser geeignet. Wie Sie auf dem untenstehenden Bild sehen können, ist die Uhr auf (nicht an) einem Armband befestigt, meistens, indem das Band unter dem Uhrenboden durchgezogen wird. Alle im kommenden vorgestellten Armbänder folgen diesem Designprinzip.

Die Armbänder für Zivilisten bestehen meistens aus Nylon oder Leder und haben meistens eine Länge von 28 Zentimetern.

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Durchzugs-Armband

 

NATO-Armband

Gleich vorneweg: So etwas wie das NATO-Armband gibt es nicht. Das würde voraussetzen, dass alle Einheiten mit derselben Art von Uhr ausgestattet würden, was aber nicht der Fall ist. Trotzdem hat sich der Name durchgesetzt.

Das NATO-Armband ist ist ein Durchzugs-Armband aus Nylon mit einer Metallschließe und zwei Metallringen, von denen einer unterhalb der Schließe angebracht ist, um das Armbandende zu sichern. Der andere Ring ist an einem zweiten Armband befestigt. Dieses Design wurde erstmals 1973 im Britischen Verteidigungsministerium vorgestellt. Die Begriffe „NATO“- oder „G10“-Armband stammen aus dem Katalogisierungssystem der Briten und sind Schutzmarken von International Watchman, Inc.

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NATO-Armband

 

Zulu-Armband

„Zulu“ ist zwar ein Begriff aus dem phonetischen Alphabet der NATO, scheint aber seine Ursprünge nicht im militärischen Bereich zu haben. Der Name ist vielmehr eine geschützte Marke und gehört dem US-regierungsnahen Unternehmen Maratac, Inc. Trotzdem wird „Zulu“ in Uhrenkreisen verwendet, um ein Durchzugs-Armband zu beschreiben, das aus dickerem und robusterem Material gefertigt ist.

Normalerweise haben Zulu-Bänder eine fixe Schließe und Ringe, die um einiges schwerer und runder sind als die bei durchschnittlichen NATO-Bändern. Um die Verwirrung komplett zu machen, werden Zulus landläufig oft als „NATO“-, „Heavy Duty“- oder „Extreme NATO“-Bänder bezeichnet.

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Zulu-Armband

 

3-Ring- oder 5-Ring-Armband

Bei den 3- oder 5-Ring-Bändern handelt es sich immer um NATO- oder Zulu-Bänder mit 3 oder 5 Ringen. Die Schließe wird üblicherweise als Ring mitgezählt. Ein 3-Ring-Band hat zwei Ringe unterhalb der Schließe und kein zusätzliches Band. Ein 5-Ring-Band hat zwei Ringe unter der Schließe und zwei Ringe am Endteil des zweiten Armbands.

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3-Ring-Armband

 

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5-Ring-Armband

 

Army- or RAF-Armband

Das sind einfache, einteilige Durchzugs-Armbänder ohne zweites Band oder Ringe. Der Feststellring ist aus demselben Material gefertigt wie das Armband selbst, kann aber manchmal aus Metall sein. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg findet sich dieses Design oft. Neben den US-Truppen setzt auch die britische Royal Air Force (RAF) diese Art von Armband ein.

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Army- oder RAF-Armband

 

Bond-Armband

Natürlich, wenn es um Uhren geht, muss auch James Bond in der Nähe sein. Das nach ihm benannte Armband hat seinen Ursprung im Sean Connery-Film „Goldfinger“, wo Bond eine Uhr auf Durchzugsarmband trägt, das in den Farben seiner militärischen Einheit gestreift ist. Seitdem werden derlei gestreifte Armbänder oft als Bond-Armbänder bezeichnet.

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Bond-Armband

 

Bund-Armband

Und zu guter Letzt kommt die Bundeswehr, umgangssprachlich auch als „Bund“ bezeichnet. Das Bund-Armband besteht aus einem Band mit breiter Auflagefläche, auf der die Uhr aufgebracht ist. Während die Bundeswehr dieses Design in den frühen 1960ern übernahm, hat es seine Ursprünge im Ersten Weltkrieg: Um den Soldaten den Blick auf die Uhr zu erleichtern, entwarf man damals Armbänder, in die Taschenuhren regelrecht eingenäht wurden.

Bund-Armband