Das Uhrenmagazin

Die Frage kennen wir alle: „Wie spät ist es wirklich?“. Die Antworten darauf ebenfalls. Und fragen wir drei Leute, bekommen wir drei unterschiedliche Antworten. Lösungen für dieses Luxusproblem gibt es zwei: Entweder man macht es beispielsweise wie Slow Jo und steigt auf 24-Stunden-Uhren um, bei denen es ganz von selbst nicht so genau gehen kann. Oder man macht es wie Bathys Hawaii.

Die Uhrenmarke (tatsächlich aus Hawaii) hat vor ein paar Tagen eine echte Cäsium-Atomuhr für das Handgelenk vorgestellt. Uhrmacher Dr. John Patterson und Ingenieur George Talbot haben ein bisschen mit Militärtechnik herumgespielt (wie sie da rangekommen sind, ist wiederum eine andere Frage). Das Resultat dieser Spielerei ist die zugegebenermaßen nicht sonderlich ansehnliche „Cesium 133“ mit einer Gangabweichung von gerade mal einer Sekunde pro 1000 Jahre.

Damit unterscheidet sich die Cesium 133 grundlegend von den gängigen „Atomzeituhren“. Die setzen nämlich auf das Funksignal der US-Regierung, um ihre Zeit anzuzeigen. Die Cesium ist völlig autark und braucht auch kein Funksignal.

Möglich gemacht hat diese Uhr erst die rasante Entwicklung der Miniaturisierung im technischen Bereich. Noch vor zehn Jahren wäre sie schlichtweg nicht realisierbar gewesen. „In dieser Uhr steckt ein Laser, ein Heizvorrichtung, ein Behälter mit Cäsiumgas, ein Mikrowellenfilter und ein Photodiodendetektor“, so Patterson.

Die Cesium 133, vorerst ein Prototyp, läuft mit Lithiumbatterien. Die Zeit wird auf einem traditionellen Zifferblatt angezeigt. Derzeit wird noch an der Verkleinerung der Uhr gearbeitet. Auch soll die Haltbarkeit der Batterie verbessert werden.

2014 plant Bathys Hawaii eine limitierte Serie der Cesium 133. Jedes der 20 Modelle soll ungefähr 12.000 Dollar kosten.